Handelssysteme-Tips und Tricks

Mit DAGOBERT-DACHS lassen sich Handelssysteme erstellen und auf Ihre wichtigsten Kennzahlen hin untersuchen. In der Praxis ist dies allerdings schwieriger als es zuerst den Anschein macht. Aus diesem Grund haben wir nachfolgend Erfahrungen, die wir im Laufe der Zeit gemacht haben für Sie zusammengestellt. Diese Handelssysteme-Tips und Tricks haben wir der Übersichtlichkeit in Unterpunkte zusammengefasst.

Ziele der Handelssystem-Optimierungen:

Ihre Ziele der Handelssystem-Optimierungen sollten sein:

  • 1. Minimierung des Drawdowns (das sogenannte Kurs-Rückschlagspotential)
  • 2. Verbesserung der Trading-Ergebnisse (Trading-Gewinne) -> Risk-Reward Ratio
  • 3. Erhöhung des Profit-Faktors
  • 4. Verbesserung der Gewinnerwartung und des Opportunitätsfaktors
  • 5. Verringerung der Trade-Häufigkeit

Optimieren Sie Ihre Handelssysteme (z.B. mit unterschiedlichen Indikatoren und leichter Variation der Parameter) - aber überoptimieren Sie Ihre Handelssysteme nicht (Sie verlieren somit oft an Robustheit). Die Minimierung des Risikos bzw. Drawdowns sollte wichtiger als die Gewinnmaximierung sein. Die Trading-Ergebnisse und der Drawdown werden in der Größe Risk-Reward-Ratio ausgedrückt. Für ein ausgewogenes Verhältnis von Optimierung / Überoptimierung eignet sich das Studium der Equity-Charts (Gewinn-Entwicklung/Zeit). Der Gewinn sollte möglichst linear ansteigen. Verwenden Sie nicht mehr als 4 Indikatoren (die Systeme sollten möglichst einfach bleiben). Zu viele Indikatoren und Bedingungen neigen dazu überoptimiert zu sein (für die Vergangenheit liefern sie sehr gute Ergebnisse, aber diese werden nicht für zukünftige Märkte geeignet sein.

Generelle Tips:

  • Erstellen Sie Ihr persönliches Trading-Profil als Grundlage Ihrer Zielverfolgung.
  • Verwenden Sie nur Handelssysteme, die zu Ihrem Trading-Profil passen (es macht z.B. keinen Sinn auf Handelssysteme zu setzen die gegenüber Ihrer Definition ein zu hohes Drawdown haben)
  • Versuchen Sie die Idee und die Stärke des Handelssystems zu verstehen (z.B. Trendfolger funktionieren sehr gut in Trendphasen)
  • Versuchen Sie die Schwächen des Systems heraus zu bekommen (z.B. funktionieren Trendfolger eher schlecht in Seitwärtsphasen und sind anfällig auf abrupte Kursänderungen)
  • Wenn Sie Aktien handeln - berücksichtigen Sie auch den Trend des Marktes (z.B. VIX - die Volatilität der Indizes)
  • Machen Sie sich die Werkzeuge der Statistik zu Nutze (Erkennen und bewerten Sie Ausreisser, Extremsituationen etc.)
  • Testen Sie das Handelssystem für einen ausreichend langen Zeitraum und für unterschiedliche Zeiträume (2-15 Jahre)
  • Vergleichen Sie mehrere Handelssysteme untereinander - anhand möglichst vieler Handelssystem-Parameter

- Handeln Sie strikt nach Ihren durch das Handelssystem aufgestellten Regeln - sonst ist die ganze Arbeit umsonst!

Einstiegspunkte von Handelssystemen:

Um optimale Einstiegspunkte von Handelssystemen zu finden, sollten sie folgende Punkte berücksichtigen:

  • Verlassen Sie sich nicht nur auf einen technischen Indikator beim Einstieg.
  • Versuchen Sie Indikatoren aus verschiedenen Kategorien zu verwenden (z.B. Trend-Detektor und Gleitende Durchschnitte)
  • Kehren Sie Ihre Einstiegsparameter einfach mal um - (bsp: Haben Sie einen Einstieg bei einem niedrigen Indikatorstand gewählt, wählen Sie zum Test einen hohen Wert.)
  • Versuchen Sie aus den Erkenntnissen der Trading-Optimierung von Indikator-Werten zu lernen und diese im Handelssystem zu berücksichtigen. Die Trading-Optimierung hilft Ihnen beim "Finden optimaler Werte"
  • Tip: Wir haben gute Erfahrungen mit Candlestick-Formationen gemacht - diese liefern ein recht gutes Timing.

Ausstiegspunkte von Handelssystemen:

  • Ausstiegspunkte sind wichtiger als Einstiegspunkte (erst durch einen Verkauf realisieren Sie Gewinne)
  • Verlustbegrenzungen sollten nicht zu knapp gesetzt werden (bei Trendfolgesystemen könnten sonst große Gewinner herausgefiltert werden)
  • Zusätzliche Verlustbegrenzungen mittels Stop-Loss Methoden, die auf Volatilität - also einer Schwankungsbreite arbeiten sind empfehlenswert
  • Begrenzen Sie mögliche Verluste auch mit Money Management Methoden (Risiko-Streuung)
  • Definieren Sie unbedingt Ihre Ausstiegspunkte vor dem Kauf (somit vermeiden Sie emotionales Handeln - der "Feind von automatisierten Handelssystemen")

Test-Zeitraum für Handelssysteme:

Der Test-Zeitraum für Handelssysteme sollte in mehrere Abschnitte untergliedert werden.

  • Testen Sie Ihre Handelssysteme mit unterschiedlichen Perioden (2, 3, 5, 10 und 15 Jahre) und vergleichen Sie die Ergebnisse miteinander (Ein zu kleiner Test-Zeitraum ist statistisch nicht aussagekräftig genug).
  • Testen Sie Ihre Handelssysteme möglichst für alle Phasen (in Aufwärts-, Abwärts- und Seitwärtstrends) und leiten daraus Erkenntnisse ab
  • Erfolgreiche Handelssysteme sollten auch in Abwärtstrends funktionieren (bzw. aussteigen).

Test-Szenarien für Handelssysteme:

  • Bevorzugen Sie Märkte vor Aktien. Jahreshauptversammlungen oder Ergebnis-Bekanntgaben von Unternehmen können schnell eine Aktie stark nach unten ziehen.
  • Die Test-Szenarien für Handelssysteme sollten möglichst vielfältig und breit gestreut sein.
  • Testen Sie Ihre Handelssysteme mit möglichst vielen unterschiedlichen und bekannten Märkten:
    • Standard & Poor's Composite
    • Nasdaq Composite
    • Dow Jones Industrial Average
    • DAX
    • Nikkei etc.
  • Testen Sie Ihr Handelssystem unter Berücksichtigung der Volatilität. Oftmals erzielen Aktien mit einer hohen Volatilität andere Ergebnisse als Aktien mit einer niedrigen Volatilität.
  • Testen Sie auf Überoptimierung (Studieren der Gewinnentwicklungskurve, Anzahl der Parameter etc.)
  • Optimieren Sie nach zuerst nach Sicherheit (niedriger Drawdown) und dann erst nach Gewinnmaximierung.
  • Stellen Sie sich die Frage, ob Sie wie das Handelssystem auch so im realen Leben gehandelt hätten. -> Wenn das System nicht mit Ihrem Tradingprofil übereinstimmt verwerfen Sie es!
  • Einen finalen Eindruck, ob Ihr Handelssystem wirklich einen statistischen Vorteil (also einen positiven Erwartungswert) besitzt - können Sie sich abschließend verschaffen, indem Sie das Handelssystem auch mit fiktiven Datensätzen testen (Monte-Carlo Test)

Positionsgrößenbestimmung und Pyramidisieren:

Nachdem Sie ein gutes Handelssystem für sich gefunden haben betreiben Sie:

Die Positionsgrößenbestimmung hilft Ihnen zu bestimmen wieviel Kapital Sie pro Trade maximal riskieren sollten. Es ist eine Form der Risikobegrenzung. Sie sollten pro Trade nicht mehr als 2% Ihres Kapitals setzen (wenn möglich sogar noch darunter!). Die Positionsgrößenbestimmung sollte von der Volatilität der Kurse und wenn möglich auch vom Markt abhängen. Sie können zur Stop-Loss Ermittlung die in die Positionsgrößenbestimmung einfließt zum Beispiel den ATR, Pivot-Punkte, den Lowest Low der letzten n-Tage, die Bollinger-Volatilität oder auch markante Chartpunkte verwenden. Wichtig bei der Auswahl der Stop-Loss Grenzen ist, dass diese nicht zu eng am Kurs liegen. Die Stop-Loss Punkte sollten statistisch gesehen außerhalb der normalen Kurs-Schwankungsbreite liegen, sonst passiert es Ihnen das Sie zu häufig ausgestoppt werden. Die Positionsgrößenbestimmung hängt ebenfalls vom Startkapital ab. Tradinggebühren und Slippage sollten ebenfalls nicht vernachlässigt werden. Sie können mit der Positionsgrößenbestimmung ermitteln wieviele Aktien Sie bei einem Risiko-Grenzwert kaufen können (mit vorgegebenem Stop-Loss). Erst durch diese Maßnahme ist der Erfolg an der Börse möglich. Ein gutes Handelssystem nutzt Ihnen nicht viel, wenn es nicht richtig eingesetzt wird.

Trading-Pyramide:
Wenn ein Trade in Ihre Richtung verläuft, können Sie zur Gewinnmaximierung eine Trading-Pyramide aufbauen - das heißt Positionen aufstocken. Verläuft ein Trade nicht in Ihre Richtung könnte man auf die Idee kommen billig nachzukaufen, um den durchschnittlichen Einstiegskurs  zu verringern. Diese Strategie ist aber langfristig nicht erfolgreich - denn wenn die Aktie weiter fällt vergrößern sich Ihre Verluste. Ziel ist es aber die Gewinne zu vergrößern. Nachzukaufen wenn die Gewinne steigen (also in geplanter Trading-Richtung) vergrößern statistisch Ihre Gesamt-Erfolgsaussichten und optimieren die Tradinggewinne. Der Aufbau von Trading-Pyramiden (oder auch Positions-Pyramiden genannt) kann unterschiedlich realisiert werden. Es sollte allerdings berücksichtigt werden, dass das Risiko (der R-Wert) sich nicht erhöht und das der Stop-Loss Kurs entsprechend nachgezogen wird (dieser wird immer enger an den Kurs angepasst). Häufig werden die Positionen um 33%-50% aufgestockt, sobald 1R als Gewinn eingefahren worden ist. Wie groß die nachgezogene Position einer Trading-Pyramide ist - kann und sollte man auch von der allgemeinen Marktsituation abhängig machen.

Eine Trading-Pyramide hat oftmals zur Folge, dass der Gewinn gesteigert wird - allerdings erhöht sich in der Regel immer auch der Drawdown.*

Auf eine Trading-Pyramide kann man als nicht versierter Trader gegebenenfalls verzichten (da Sie eine reine Gewinnmaximierungsmethode ist) auf eine Positionsgrößenbestimmung (als Verlustbegrenzungsmethode) allerdings nicht - Sie erhöht enorm die Wahrscheinlichkeit an der Börse kontinuierlich Erfolge zu erzielen. Tatsächlich sollte man dieser Methode ebensoviel Aufmerksamkeit widmen wie dem Finden guter Ein- und Ausstiegspunkte und dem Finden und Erstellen effektiver und robuster Handelssysteme.

Sie erkennen anhand dieser Punkte und Regeln für Handelssysteme sicher schnell wie komplex, vielfältig und zeitintensiv das Erstellen guter Handelssysteme ist. Gute Handelssysteme müssen darüber hinaus auch richtig und risikobezogen eingesetzt werden. Sollten Sie beispielsweise keine Zeit haben sich intensiv mit der Materie auseinander zu setzen, kann es auch sinnvoll sein Handelssysteme zu kaufen.

 


* sehen Sie hierzu auch: Michael W. Covel "Trendfollowing" S. 285

 

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