Einfaches Trendfolge Handelssystem
Es gibt eine Klasse von Tradern, die ausschließlich auf Trends in Märkten setzen. Diese Methode war in den vergangenen Jahrzehnten auch sehr erfolgreich. Die Frage, die sich unmittelbar an dieser Aussage stellt ist: Wie erkennt man einen Trend - um diesen dann erfolgreich zu handeln? Eine einfach zu verstehende Methode und häufig in der Praxis vorzufindende Methode ist die Verwendung von gleitenden Durchschnitten. Ein gleitender Durchschnitt ist eine Mittelung von Kurswerten. Kurse sind dadurch geglättet und Trends aus dieser Glättung besser zu erkennen. Liegt ein Aktienkurs nun über einem gleitenden Durchschnitt - handelt es sich um einen Aufwärtstrend - liegt der Aktienkurs unter dem gleitenden Durchschnitt handelt es sich um einen Abwärtstrend. Der Aktienkurs dient hier als Signalgeber. Da der Aktienkurs jedoch starken Schwankungen unterliegen kann - was wiederum zu Fehlausbrüchen führt - verwendet man häufig einen zweiten gleitenden Durchschnitt, um den Signalgeber ebenfalls zu glätten und die Signalqualität und Zuverlässigkeit zu erhöhen.
Häufig findet man Trendfolge Systeme, die in folgende Kategorien fallen:
Kategorien von Trendfolge-Handelssystemen
- Kurs durchbricht einen gleitenden Durchschnitt
- Ein gleitender Durchschnitt durchbricht einen anderen gleitender Durchschnitt
- Differenz zweier (exponentiell gewichteter) gleitender Durchschnitte mit Trigger (MACD)
Nachteile von Trendfolge-Handelssystemen
- Trendfolge-Handelssysteme versagen bekanntlicherweise in Seitwärtsphasen (Sie liefern verlustbehaftete Fehlsignale)
- Die Mehrheit der Trades sind Verlust-Trades, die Trefferquote kann weit unter 50% liegen -> psychologisch schwierig zu handeln
- Hohe Wahrscheinlichkeit einer Serie von verlustbehafteten Trades (-> Positionsgrößenbestimmung einsetzen)
- Hoher Drawdown (wenn keine strikte Risikobegrenzung gemacht wird)
- Trägheit gegenüber Schwankungen: Auf sehr starke Schwankungen (Crashs) reagieren die Systeme sehr langsam
- Trägheit gegenüber Ein und Ausstieg: Der Beginn und das Ende eines Trends wird vom Trendfolge-Handelssystem "ignoriert"
"Ideale Trades" mit einem optimalen Ein- und Ausstieg sind mit Trendfolgern nicht wirklich möglich. Die Kursgewinne die beim zu späten Einstieg durch die Trägheit eines Trendfolgesystems nicht erzielt werden - und die Trägheit beim Ausstieg - die darin resultiert, daß man nie auf dem Kurszenit verkaufen kann machen dies unmöglich und das System generell verbesserungsfähig. Dennoch sind die Trendfolgesysteme sehr erfolgreich, werden von erfolgreichen Tradern über Jahre und Jahrzehnte angewendet und sind einfach in der Funktionsweise.
Vorteile von Trendfolge-Handelssystemen
- Einfach zu verstehen und anzuwenden (damit auch für Neulinge geeignet)
- Das Verhältnis größter Gewinner zu größtem Verlierer ist oftmals 3:1 oder 4:1
- Trendfolge-Handelssysteme sind seit Jahren eine bewährte Methode
- Lange durchschnittliche Tradedauer
- Niedrigere Trade-Häufigkeit
- Niedrige Transaktionskosten (weil nicht so häufig gehandelt wird)
- Größere Trends werden nicht verpasst
Dieses Handelssystem basiert auf einem einfachen Trendfolger. Es erzielt aber trotz der Einfachheit recht gute Ergebnisse und handelt nicht so häufig.




